‘books’

informationsgestaltung in den medien

Saturday, October 10th, 2009
152 days ago

seit dem wintersemester 2009 unterrichte ich wöchentlich 3 stunden, als dozent im fach multimedia, an der hochschule augsburg. der kurs beschäftigt sich dabei mit den möglichkeiten der informationsgestaltung im allen bereichen der medien und richtet sich an studierenden aus dem bereich international management und betriebswirschaftslehre im fachbereich wirtschaft der hochschule.

das ziel der vorlesung ist dabei, neben der vermittlung grundlegender technischer und theoretischer kenntnisse, den studierenden ein bewußtsein für den gestalterischen umgang mit informationen in den einzelnen bereichen der medien zu vermitteln. ausgehend von dem ansatz dass jedes medium in seinen technischen möglichkeiten die rahmenbedingungen des gestaltungsspielraums definieren, was wiederrum die möglichkeiten der kommunikation, also des denkens und handeln maßgeblich bestimmt, werden dabei unter dem aspekt der informationsgestaltung, die folgenden schwerpunkte in den einzelnen vorlesungen am freitag zwischen 14 und 17 uhr erörtert:

vorlesung 1 (9.10.2009): wahrnehmung und gestaltung
wahrnehmungssinne • licht und farbe • form und proportion • räumliche und zeitliche verortung • sinnestäuschungen • gestaltgesetze

vorlesung 2 (23.10.2009): zeichen und schrift
die ersten zeichen • entwicklung der schrift • mikrotypografie • makrotypografie • druck und weiterverarbeitung

vorlesung 3 (6.11.2009): grafik und bild
geschichte des informationsdesigns • wesen des informationsdesigns • bildpädagogik • signalästhetik • visualisierungsmodelle • prinzipien analytischen designs

vorlesung 4 (20.11.2009): technische medien
geschichte der technischen medien • technisches sehen: das objektiv • technisches hören: das mikrofon • ästhetik der technischen medien • analoge nachbearbeitung • analoges speichern • kino-, radio- und fernsehdistribution

vorlesung 5 (4.12.2009): digitale medien
entwicklung des computers • funktionsweise des computers • programmiersprachen • digitale schrift • digitalisierte medien • digitales aufnehmen • virtuelle umgebungen und errechnete bilder • digitale nachbearbeitung • digitales speichern

vorlesung 6 (18.12.2009): interfaces 1 – desktop
eingabegeräte und sensoren • ausgabegeräte • entwicklung der desktopmetapher • visuelle sprache der desktopmetapher • aufbau von anwendungen • selber ort, selbe zeit interfaces

vorlesung 7 (8.1.2010): interfaces 2 – web
geschichte des internets • funktionsweise von netzwerken • das hypermedia-prinzip • datenbanken • dienstleistungs- und produktivitätstools • anderer ort, andere zeit interfaces • anderer ort, selbe zeit interfaces

neue bücher

Wednesday, July 22nd, 2009
232 days ago

designing the user interface: strategies for effective human…
the design of everyday things
the information design handbook
globale medienkultur: technik, geschichte, theorien
medien und kommunikation
multimedia
einführung in die wahrnehmungspsychologie: sinne, körper…
designtheorie, designforschung. reihe design studieren.
der mensch und seine zeichen. matrixwissen.

gutes design

Sunday, February 15th, 2009
1 year, 24 days ago

das letzte buch das ich vor kurzem erst gelesen habe, heißt “the shape of things” von vilém flusser. der medienphilosph, der sich sonst mit der kulturellen bedeutung des alphanumerischen kodes auseinandersetzt, betrachtet in diesem buch kritisch das menschliche streben nach der entwicklung immer neuer technologien und deren verantwortungslosen umgang.

vilém flusser versteht zunächst einmal unter dem wort design eine sprache zur suche nach wissen, resourcen, materialität und zeit. sein provokatives statement zu beginn des buchs: “wenn man beschließt ein designer zu werden, entscheidet man sich gegen das gute an sich”, ist der ausgangspunkt seiner radikalen überlegungen.
der kern dieser aussage basiert auf der grundannahme dass das “gute an sich” oder das “moralisch gute”, und das zweckmäßige, zielgerichtete gute, sich gegenseitig ausschließen. mit anderen worten ausgedrückt: alles was gut für einen bestimmten zweck ist, muss automatisch schlecht im moralischen sinne bzw. das wahrhaft böse sein, da es zwischen diesen beiden extremen aus seiner sicht  keinen kompromiss geben kann. da es aber widerum für alles einen bestimmten zweck gibt, exisitiert das wahrhaft gute, nach dem man streben kann, konsequenterweise erst gar nicht.

diese erkenntnis führt in weiteren überlegungen dazu dass sich der designer, respektive der entwickler neuer technologien, letztendlich dazu entscheiden muss ob er entweder schlecht und nützlich, oder unnützlich und heilig handeln möchte. da letzteres aber widerum dem selbstverständniss eines designers widerspricht, da dieser selbst wenn er schlecht oder gar nicht gestaltet dieses dennoch immer bewußt macht und somit funktional handelt, folgert flusser dass es somit bisher nur den unterschied in elegantem und benutzerfreundlichem design geben kann und somit die arbeit des gestalters niemals im stande ist wahrhaft gutes zu vollbringen.  

da der mensch aber unfähig ist nicht zu handeln bzw. dies ein widerspruch in sich selbst darstellt, führt dies einen nun zu der grundlegenden frage in wie fern sich der mensch im umgang mit der entwicklung immer neuer dinge, im sinne des technologischen fortschrittdenkens, überhaupt ändern kann?

vilém flusser nähert sich dieser fragestellung indem er versucht das problem der fehlenden verantwortung bei der erschaffung von dingen zu illustrieren. er fordert dass sobald jemand etwas erschafft, er sich mit der frage der verantwortung auseinandersetzen muss.
aber wer ist zum beispiel dafür verantwortlich wenn ein roboter einen menschen tötet? derjenige der ihn konstruiert hat, derjenige der das messer erfunden hat oder derjenige der das programm geschrieben hat? das fatale an diesem szenario ist dabei aus flussers sicht nicht die tat an sich, sondern die tatsache dass keiner der beteiligten designer sich dabei in seinem entwicklungsprozess die frage der verantwortung gestellt hat, diese somit vollkommen verloren gegangen ist.

flusser bemängelt somit grundsätzlich dass gestalterische prinzipien fast ausschließlich pragmatisch und funktional und selten moralisch, wenn auch oft politisch sind. da er aber die lösung verantwortungsbewußteren designs darin sieht dass dieses bessere metainformationen über sich selbst, also dessen konsequenzen und bedeutung kommunizieren muss, lautete seine eigentliche hauptforderung inerhalb des buchs: kann der designer seine werke so gestalten dass der kommunikative, der intersubjektive teil stärker betont wird als das gegenständlich, substantielle und problematische?  

diese notwendigkeit änderung des verhaltens leitet er aus der annahme ab, dass das bewußtsein des menschen sich im laufe der zeit gewandelt halt. flusser beschreibt die entwicklung des menschen vom hand-mensch zum werkzeug-mensch, maschinen-mensch und roboter-mensch. 
wir sind rekletierende und spekulierende lebewesen die sich somit im laufe der zeit vom handwerklichen arbeiten, zum wählen und entscheiden emanzipiert haben. wir entwickelten eine kulturphilosophie, eine wachsende sammlung an dingen, die wir gegen die vier wände projezieren und sind nach und nach weniger damit beschäftigt dinge zu besitzen als informationen zu konsumieren. kein weiteres möbelstück oder kleidungsstück sonder ein weiterer urlaub oder eine besserer schule für unsere kinder wird von größerer bedeutung.
flusser sieht weiterhin den mensch der zukunft mehr als akademiker und nicht als handwerker, arbeiter oder ingenieur. wodurch seine vorstellung über betriebe der zukunft folglich wissenschaftliche labore, kunstakademien, büchereien oder andere wissenssammlungen sind.

zusammenfassend kann man somit sagen dass die lösung guten designs nicht darin liegt moralisch gutes design zu gestalten, da dies wie bereits erwähnt ein trugbild ist, sondern durch die gestalteten produkte ein bewußtsein über dessen bedeutung zu erzeugen. wir können somit nicht gut gestalten sonder nur zeigen welche konsequenzen unsere handlungen haben, also darüber informieren wie gut oder schlecht sie sind. die potentielle möglichkeiten der kommunikation müssen ausgeschöpft werden um dem menschen die möglichkeit einer erkenntnis über die bedeutung seiner handlung zu geben. dieses bewußtsein ist in sofern von großer bedeutung da durch das überwinden technologischer hürden, eine entscheidung mehr und mehr von der motivation der menschheit abhängt.
die fähigkeit großes zu bewirken bringt somit eine forderung nach verantwortungsbewußtem handeln mit sich, wobei wir dafür aufgearbeitet informationen benötigen die uns ein verständnis über diese welt überhaupt erst ermöglichen.

inverted utopians

Monday, February 4th, 2008
2 years, 36 days ago

“the atomic threat” (“die atomare drohung”) by günther anders is one of the most impressive books i have read recently. although one might say this book seems to be out-of-date since it was already written in 1986, it addresses many interesting topics about the use and social responsibility of technology. i bought this book on occasion of the lecture “man and technology” (“mensch und technik”) by professor eckert at the university of applied sciences in würzburg and i finally read it during my last summer holyday.

while i was reading the book, i only made a few notes so i won’t be able to recall the entire content but at least the basic message which is that we are so-called “inverted utopians” (“invertierte utopisten”). he defines this term as follows: “we are inverted utopians. so this is the main dilemma of our era: we are smaller than ourselves, we are thus incapable to form a picture from what we produced ourselves. In that sense we are inverted utopists: while utopists cannot produce what they imagine themselves, we cannot imagine what we produce.”

the striking message in this paragraph, in my opinion, is not the fact that we as humans are incapable of realizing the whole extent of a new technology, but rather his critical attitude and the awareness of the dilemma between the improvements and its possible and unpredictable negative consequences. so günther anders refuses the noncritical mindset about making things happen and approves a stronger theoretical examination and research. in his book “the antiquatedness of men” (“die antiquiertheit des menschen”) he further describes this thesis.

these concerns about the nuclear technology could also be applied to other technological achievements. so the interesting question is not if the technological progress in communication, transportation and production could change society for the worse, but rather what are our possibilities to foresee these consequences early enough. it seems to me that we are facing a certain gap between the possiblities of creation and the methods and tools of clarification. or perhaps it is human nature that has some sort of urge to create things without analysing its extent and perhaps refrain from doing it, in terms of acting reasonably.

so what may help us to make a decision are new ways of visualising the consequences of human behaviour, for example when displaying the publishing of personal data, the bad influences on the environment or the consequences of malnutrition. as a result this all emerges the following demand for future designers: the task is to find ways and methods in the daily routine to point out the extent of our behaviour and the possible alternatives. the designer is therefore not only reacting under the economic resonsibility of his employer but in some sort also with respect to his social resposibillity. to broaden this topic i am currently reading “the shape of things” by vilém flusser.