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zusammenfassung

drei überwachungskamers, zwei personen, eine handlung?

dieses projekt ist während dem hauptstudium im kurs “berlin”, durch die auseinandersetzung mit staatlicher überwachung entstanden. welche verantwortung bringt eine allgegenwärtigen präsenz von kameras, wodruch wir zwangsläufig zu beobachtern krimineller taten werden, mit sich? macht uns ein mitwissen ohne den eingriff in die handlung ebenfalls zu tätern? basierend auf diesen fragen und dem experiment, eine handlung ohne schnitt und unterschiedliche kameraeinstellungen zu erzählen, ist dieses videoinstallation entstanden.

dieses projekt entstand im studienfach kommunikationsdesign an der fachhochschule würzburg-schweinfurt von november 2005 bis februar 2006 (7. semester). der film wurde unter der mithilfe von anna-maria feldhege und unter der betreuung von prof. christina hackenschuh realisiert.

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videos

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dieses video zeigt eine kollage der aus dem projekt entstandenen videos. diese wurden ursprünglich auf der semesterausstellung des fachbereichs gestaltung der fh|w-s auf drei seperat aufgesstellten monitoren ausgestellt.

das video besitzt eine auflösung von 480 x 124 pixeln wohingegen das originalvideo mit funküberwachungskameras gedreht wurde und somit jeweils eine halbe pal auflösung (360 x 288 pixeln) pro video besitzt. die laufzeit der videos beträgt wie im original 11 minuten.

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drehbuch

1. aussen – an der telefonzelle

ein mann steht neben einer telefonzelle und geht nervös den bürgersteig auf und ab. er trägt ein dicken warmen wintermantel, lederhandschuhe und eine mütze. sein blick wandert unentwegt von seinem handy auf den hörer der telefonzelle. ab und zu sieht er die lange straße hinunter und beobachtet misstrauisch die vorbeigehenden passanten.

dann kommt eine frau mit einer vollen einkaufstasche zielstrebig und in eile die straße herunter. schon von weitem wird sie auf den mann aufmerksam, sie beobachtet ihn unauffällig und geht dann uninteressiert an ihm vorbei. ein paar meter weiter wird sie dann langsamer und kommt zum stehen. sie stellt ihre tasche zur seite und bückt sich um sich ihre schnürsenkel zu binden.

auf einmal klingelt das telefon. der mann wartet einen kurzen moment, sammelt innerlich seinen mut und hebt dann den telefonhörer ab. die frau dreht sich verwundert um. sie verfolgt sein gespräch aus sicherer distanz. der mann wirkt nervös und redet wenig, dann holt er hektisch zettel und stift aus seiner jackentasche und notiert sich etwas. dabei fällt ihm ein kleiner schlüssel aus seiner jackentasche auf ein stück grünfläche neben der telefonzelle.

der mann beendet das telefonat, sieht auf den zettel, orientiert sich kurz und geht dann zügig die straße hinauf. die frau nähert sich kurz darauf wieder der telefonzelle und sieht verwundert dem mann hinterher. als sie sich wieder auf den weg machen will wird sie auf den schlüssel aufmerksam. sie hebt ihn auf und beschließt nach einer kurzen gedenkpause dem mann zu folgen.

2. aussen – ein platz in berlin

die frau nimmt die verfolgung des mannes auf. sie folgt ihm gelassen durch eine straße über einen platz durch eine große menschenmenge mitten in berlin. der mann geht zügig und legt keine pausen ein. der abstand zwischen beiden vergrößert sich bis der mann in einer straße verschwindet.

3. aussen / innen – vor dem bahnhof / an den schließfächer

nach einiger zeit taucht der mann vor dem eingang eines bahnhofs wieder auf. er steht davor, zieht erneut seinen zettel aus der tasche vergewissert sich und geht dann in den bahnhof hinein. wenige sekunden später steht die frau an der selben stelle und folgt ihm.

der mann kommt in einen gang mit vielen schließfächern. mit dem zettel in der hand sucht er die schließfachnummern ab. dann hält er bei einem bestimmten an und steckt den zettel in die tasche. er greift ohne groß darüber nachzudenken in die jackentasche und sucht nach dem schlüssel. er findet ihn nicht. die frau kommt ebenfalls in den gang und sieht nun den mann aus nächster nähe wie dieser verzweifelt sucht. sie sieht ihm kurz zu und verschwindet dann wieder. der mann steht noch etwas länger nachdenklich vor dem schließfach. dann bricht er auf und verläßt suchend, mit dem blick auf den boden gerichtet den gang.

die frau kommt mit dem schlüssel in der hand zurück zum eingangsbereich des bahnhofs. sie geht nervös aus und ab und betrachtet dabei skeptisch den schlüssel. der mann erscheint kurze zeit später, sein blick ist weiterhin auf den boden gerichtet. dann sieht die frau den mann und nähert sich ihm in der absicht ihn anzusprechen. als der mann sich jedoch umdreht wendet sie sich ab und geht davon. er sieht ihr einen augenblick hinterher als ob er sie kennen würde, geht aber dann zurück in richtung telefonzelle.

nachdem der mann gegangen ist kommt die frau zurück zum eingang des bahnhofs und sieht dem mann hinterher. dann holt sie den schlüssel aus ihrer tasche und sieht in sich an. sie blickt in richtung der schließfächer und überlegt einen kurzen moment. sie geht langsam in richtung mülleimer mit der absicht den schüssel wegzuschmeißen, dann dreht sie sich aber um und geht wieder in den bahnhof hinein.

4. aussen – ein platz in berlin

der mann geht wieder über den platz, langsamer, suchend, in richtung telefonzelle.

5. aussen – an der telefonzelle

der mann kommt an der telefonzelle an und sucht den boden unter ihr ab. dann bleibt er für einen kurzen moment stehen und rekonstruiert innerlich das telefonat. er geht zu der stelle an der die frau ihre schnürsenkel gebunden hat sieht in richtung telefonzelle. dann rennt er zügig zum bahnhof zurück.

6. außen – ein platz in berlin

mit der sporttasche in der hand überquert die frau wieder den platz in berlin. dann sieht sie den mann aus der ferne wie er zügig auf sie zu kommt. sie orientiert sich kurz und geht dann durch eine größere menschenmenge verdeckt an ihm vorbei. der mann bleibt in der mitte des platzes stehen und sieht sich um, die frau geht unterdessen weiter in richtung telefonzelle. dann dreht sich der mann langsam um und sieht ihr nach. langsam folgt er ihr aus sicherer distanz.

7. aussen – an der telefonzelle

die frau kommt wieder zügig mit einkaufstasche und der sporttasche die straße entlang. sie sieht sich immer wieder um und wirkt erschöpft. auf der höhe der telefonzelle, stellt sie dann beide taschen ab. sie ruht sie sich ein wenig aus und wirft dann einen blick auf die sporttasche.

8. außen – ein platz in berlin

der mann steht am ende der straße in sicherer distanz und beobachtet die frau. dann zieht er sein handy herauszieht und wählt eine nummer.

9. aussen – an der telefonzelle

die frau ist gerade dabei die sporttasche zu öffnen da klingelt das telefon aus der telefonzelle. erschrocken und irritiert sieht sich die frau um. sie sieht auf den telefonhörer nähert sich langsam der telefonzelle und hebt den hörer ab. nach einen kurzen telefonat hängt sie den hörer auf und blickt auf die sporttasche. sie nähert sich ihr, öffnet sie und zieht ein stück stoff heraus. dann weicht sie erschrocken zurück und bemerkt dass ihre hände voller blut sind.

10. außen – ein platz in berlin

der mann wirkt unterdessen etwas erleichtert und amüsiert und beendet das gespräch. dann geht er auf den platz zurück und verschwindet in der menge.

11. aussen – an der telefonzelle

die frau geht nervös die straße auf und ab. dann sieht sie auf ihre blutigen hände verlässt mit der spottasche das bild.

ende