schwarzer peter


zusammenfassung

ein kurzfilm über fremdenfeindlichkeit
und stereotype darstellungen im kino

bei der auseinandersetzung mit aufklärungsfilmen gegen das bestehende vorurteil der fremdenfeindlichkeitkeit ist dieser kurzfilm, der die stereotype darstellung von ausländern in filmen thematisiert, entstanden. darin werden wir zeuge wie der dunkelkhäutige protagonist peter, gemieden von den anderen gästen in einer kneipe, sitzt. ein dazukommender, ebenfalls dunkelhäutiger gast, sieht in dieser szene eine diskriminierende handlung. ohne eine andere wirklichkeit, als die des ausgeschlossenen fremden zuzulassen, verkennt er die situation.

dieses projekt entstand im studiengang kommunikationsdesign an der fachhochschule würzburg-schweinfurt von mai 2005 bis juli 2005. unter der mithilfe von simon pearce, calvin e. burke, philip koch, mark walter, frank walter und unter der betreuung von prof. dr. kerstin stutterheim und prof. hans höger wurde dabei im hauptstudiengang film dieser film realisiert.

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film

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dieses video zeigt die erste schnittfassung mit dem ersten gedrehten ende, die so auf der semesterausstellung des fachbereichs gestaltung aufgeführt wurde. der film wurde auf high-definition aufgenommen und hat eine laufzeit von 9 minuten.

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exposé
„kultur ist das, was in der auseinandersetzung mit dem fremden entsteht; sie stellt das produkt der veränderung des eigenen durch die aufnahme des fremden dar.“

das projekt

trotz seines alters, ist dieses zitat von mario erdheim meiner meinung nach, ein schöner einstieg in eine lange diskussion mit der ich mich im moment auseinandersetze: In wie fern tragen stereotype und klischees in filmen, zu vorurteilen bei? dieses exposé spiegelt lediglich einen kleinen teil meiner ausführlichen gedanken zu dem thema „stereotype im kino“ wieder wobei ich mich hier unter anderem auf die bücher „bilder von fremden: zur konstruktion kultureller stereotype im film“, „getürkte bilder zur inszenierung von fremden im film.“, sowie die filmgenrereihe von georg seesslen beziehe.

bilder von fremden

das stereotyp des fremden tritt schon seit beginn der kinematographie als bedeutender, thematischer bestandteil im film auf und hat auch heute noch eine große bedeutung in vielen filmen, egal welcher kultur. „die figur des fremden, eine ikonographie für fremde wird in jeder kultur gesucht und gefunden, sie stiftet identitätsbewußtsein.“ walter lippman umschreibt in seinem buch „die öffentlich meinung“ von 1964 den begriff des „stereotyp“ als ein „geflecht von vorgefassten meinungen, einstellungen und überzeugungen, das die wahrnehmung des individuums zu strukturieren vermag.” stereotype dienen somit dazu bilder in unseren köpfen von sozialen gruppen zu umschreiben. sie sind eine art „soziale differenzierung“ die meiner meinung nach in jedem film auftreten, sei es auch nur bei dem versuch diese zu widerlegen. da diese differenzierung jedoch manchmal mit einer negativen wertung versehen ist, sind die grenzen zur xenophobie bzw. zum rassismus fließend. einige filme sind jedoch eindeutig diskriminierend bzw. rassistisch wie z.b. „the birth of a nation“ von griffith oder „jud süß“ von harlan.

aufklärungsfilme gegen vorurteile

stefan reinecke schreibt in seinem aufsatz „projektive übermalung“ dass nicht jeder aufklärungsfilm seine beabsichtigte wirkung erzielt. seiner meinung nach wird in vielen filmen der fremde per se zum guten veredelt und somit als eine art behütetes objekt entmündigt (positiver rassismus). darüberhinaus wird oftmals der versuch unternommen vorurteile lediglich durch moralische botschaften zu widerlegen. das umfeld in dem der fremde gezeigt, kriminalität und gewalt, entspricht jedoch meistens dem bestehenden vorurteile. nach knut hickethier kann man aufklärungsfilme ebenfalls danach unterscheiden, ob sie „die darstellung von fremdheit dazu nutzen, vorhandene ausgrenzungs- und abwehrmechanismen zu bestätigen und zu verstärken, indem sie fremdheiten betonen,“ oder ob sie umgekehrt, „mit dem ziel des abbaus von fremdheiten, diese überspielen, differenzen verringern und das fremde in seinen formen eines andersseins eskamotieren.“ solange man somit versucht, andere von der normalität einer sache zu überzeugen, bleibt sie meiner meinung nach, überhaupt erst durch die notwendigkeit der aufklärung, immer „andersartig“. natürlich würde ich nicht so weit gehen und behaupten dass alle filme die „fremdheit“ thematisieren automatisch ihr ziel verfehlen. einige beispiele für erfolgreiche, wirkungsvolle filme sind z.b. „in der hitze der nacht“ von jewison, „angst essen seele auf“ von fassbinder, oder „der hass“ von kassovitz. langfristig gesehen denke ich aber dass vorurteile nur dadurch abgebaut werden können indem man der “fremdartigkeit” einer person keinen einfluss auf die handlung des films zugesteht. ich denke dass jeder film, der “fremde” menschen mit ihren alltäglichen problemen zeigt automatisch besser vorurteile abbauen kann als jene filme die sich der aufklären widmet.

die situation in deutschland

viele „fremdaussehende“ schauspieler beschweren sich dass es für sie in deutschland keine normale rollen gibt. oftmals gibt es nur typische ausländerollen wie z.b den gemüsehändler, den kriminellen, das opfer oder den untreuen liebhaber. wie oft aber wird ein türke oder ein farbiger als normaler familienvater dargestellt? wieviele protagonisten in heutigen film- und fernsehproduktionen sind schwarz? da liegt meiner meinung nach genau das problem. randgruppen treten meistens nur in filmen auf die genau ihr schicksal thematisieren. sie werden oftmals als opfer oder täter dargestellt und selten als richtige charaktere. das finde ich falsch. dies bedeutet alles nicht dass ich die reale diskriminierung in deutsch-land leugne. aber genau aus diesem grund bedarf es einer seriösen und ernst zu nehmende darstellung der diskriminierten in den medien. nicht immer nur als täter oder opfer sondern als mensch.

“schwarzer peter“
diese darstellung versucht mein film „schwarzer peter“ zu erreichen. am anfang sind wir zeuge einer angeblichen diskreminierenden situation. erst später stellt sich heraus dass die isolation des protagonisten eine freie entscheidung war, da er eine kleine auseinandersetzung mit seiner freundin hatte und alle beide bzw. drei in einer kneipe festsitzen. dem fremden der alle drei dort antrifft ergeht es wie dem zuschauer der peter in seiner rolle bestätigt sehen will. ich versuche ganz bewusst das bild des stereotyps in der ersten szene durch die zweite szene zu wiederlegen. denn für mich liegt „das fremde“ einer person vielmehr in seinem verhalten und weniger in seinem aussehen.

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drehbuch

1. abend / innen – in der kneipe

in einer dunklen kneipe an einem tisch sitzt peter und blickt verärgert in richtung tresen. an ihm stehen eva und robert und starren peter an. die tür öffnet sich und ein fremder betritt durchnässt die kneipe. er sieht wie peter von eva und robert angestarrt wird. dann zieht er seinen mantel aus und setzt sich zu peter an den tisch. eva und robert wenden sich zum tresen. hinter dem tresen spült eine ältere bedienung gerade ein glas. sie sieht den fremden, legt das glas zu seite und geht zu dem tisch.

die bedienung (überdeutlich):
“kann ich ihnen helfen?”

peter blickt auf den boden. der fremde starrt eva und robert an. stille. die bedienung dreht sich kurz um, wendet sich aber dann wieder dem fremden zu.

die bedienung (gebrochen):
“what do you want?”

stille. dann sieht der fremde
die bedienung an.

der fremde:
“an kaffee, schä schwarz!”

die bedienung wartet einen moment und geht dann irritiert zum tresen zurück. peter sieht den fremden wie dieser zynisch lächelt.

der fremde (murmelt vor sich hin):
“wie sie alle gaffen. als hätten sie in ihrem
leben noch nie zwei schwarze gesehen… ”

der fremde nimmt die karte und wirft einen blick hinein. peter sieht wieder zu eva und robert. dann legt der fremde die karte weg und begutachtet peter.

der fremde:
“unangenehme stimmung hier oder?
…und das alles nur wegen solchen leuten…”

der fremde deutet mit seinem kopf in richtung tresen und sieht dabei wie eva und robert sich umdrehen und etwas besprechen. dann schüttelt robert den kopf.

der fremde:
“immer das gleiche… und alles weil
sie nur nach dem äußeren gehen…”

peter rutscht genervt auf dem stuhl hin und her. der fremde sieht ihm dabei zu.

der fremde:
“ich weiß genau wie du dich fühlst.
du hast doch bestimmt auch schon
öfters probleme mit so typen gehabt.”

peter:
“nein. das ist es nicht.”

der fremde beobachtet unterdessen eva und robert. beide besprechen etwas, blicken zu peter und schütteln dann den kopf.

der fremde (aufgebracht):
“was hat der typ denn für ein problem?”

peter:
“ich kenn die beiden…”

der fremde (aufgebracht):
“ja ich auch… die glauben
bestimmt sie wären was besseres.”

peter sieht den fremden an der weiter robert beobachtet. dann steht robertauf und geht in richtung toilette.

der fremde (schreit):
“wo bleibt den mein kaffee?”

robert bleibt erschrocken stehen, sieht zu dem tisch und geht dann weiter.

der fremde (verärgert):
“ja. schau sie dir nur an die wilden tiere…
man müssten solchen typen mal eine lektion
erteilen, damit sie nicht immer so glotzen.”

der fremde ist sichtlich verärgert. peter sitzt starr an seinem platz. stille. dann beugt sich peter nach vorne.

peter:
“eine lektion?…”

der fremde hört aufmerksam zu.

peter:
“wie wäre es denn wenn ich ihm
die frau da ausspanne die er die
ganze zeit bequatscht?”

peter lehnt sich selbstsicher zurück wartet auf die reaktion des fremden.

der fremde:
“das schaffst du niemals.”

peter:
“wollen wir wetten?… wenn ich
es schaffe zahlst du die rechnung.”

der fremde:
“er wird aber jeden moment
wieder kommen.”

peter:
“mit dem werd ich schon fertig.”

beide sehen eva an. dann stehtpeter auf und geht zu ihr. sie reden kurz miteinander, nehmen dann ihr jacken und verlassen beide das lokal. peter sieht den fremden selbstgefällig an. der fremde ist sprachlos. nach einer weile kommt robert zurück. er sieht an den tresen und dann zu dem fremden an den tisch. dann gibt er der bedienung etwas geld, nimmt sein jacke und verlässt das lokal. der fremde beobachtet alles.

der fremde (schreit in den raum):
“wo bleibt denn jetzt mein kaffee?”

2. abend / außen – auf dem heimweg

eva und peter gehen stillschweigend von einander abgewendet eine dunkle straße entlang. dann bleibt eva stehen und dreht sich um. peter geht etwas weiter, genervt dreht er sich ebenfalls um. robert kommt aus der ferne und nähert sich beiden.

robert:
“hey….”

robert kommt näher.

peter (vor sich hin):
“toll. der schon wieder! …”

peter geht wieder zu eva.

robert:
“was war das denn grad für ne aktion?…”

peter (deutlich zu robert):
“ich wollte den abend endlich mal
alleine mit meiner freundin verbringen,
so wies eigentlich geplant war.”

robert etwas peinlich berührt.

eva:
“ach deswegen führst du dich
den ganzen abend so lächerlich auf?”

peter:
“du redest ja auch den ganzen abend nur mit ihm…”

robert:
“Ich geh dann besser mal”

robert und eva verabschieden sich, peter schmollt weiter. eva nimmt peters hand.

eva:
“jetzt komm. du hast dich heute
abend auch amüsiert oder?! (ironisch)
vor allen dingen jetzt am schluss…”

eva nimmt peters hand. beide gehen die straße entlang.

peter:
“sehr witzig!!”

eva und peter gehen die straße entlang.

ende